Stieg Larsson war 32 Jahre lang mit Eva Gabrielsson zusammen. Doch weil sie nie geheiratet hatten, hatte Gabrielsson nach Stieg Larssons Tod keinerlei Rechte. Kinder hatten die beiden keine, und so ging das Erbe nach schwedischen Recht an Stieg Larssons Vater und Bruder.

Die Hälfte ihrer gemeinsamen Wohnung von Stieg Larsson und Eva Gabrielsson gehörte plötzlich Stiegs Vater und Bruder, zu denen er nicht viel Kontakt gehabt hatte. Am schlimmsten fand Eva Gabrielsson aber, dass sie nicht mitentscheiden durfte, wie die Millenium-Trilogie verwertet werden sollte, wie sie übersetzt, vermarktet und verfilmt werden sollte. Sie ist der Ansicht, dass Stieg Larssons Vater und Bruder die Falschen sind, um diese Entscheidungen zu treffen, weil sie überhaupt kein Teil von Larssons Leben waren. Mit ihnen hatte er nie über die Romane diskutiert, mit Gabrielsson sehr viel.

Gabrielsson ist der Ansicht, dass Stieg Larssons Vater und Bruder sich nicht gut genug um dessen Werk gekümmert haben. Sie mag die englische Übersetzung nicht, und Vater und Bruder haben, so Gabrielsson, einige Namen in den Romanen geändert, Namen, die Stieg bewusst als Tribut an Freunde ausgewählt hatte.

Larssons Vater und Bruder versuchten von Gabrielsson den Laptop zu bekommen, auf dem Stieg Larsson Notizen für den vierten Band gespeichert hatte. Sie würde dafür in den vollen Besitz ihrer Wohnung gelangen. Das sei Erpressung, meinte Gabrielssons Anwalt. 2008 zeigten Larssons Vater und Bruder erstmals Entgegenkommen: Sie boten Gabrielsson an, dass sie die Wohnung haben könne. Später boten sie ihr £1.75m an, um den Streit beizulegen, Gabrielsson weigerte sich. Um das Geld ging es ihr nicht; sie wollte Stieg Larssons Werk verwalten, dafür sorgen, dass es in einer Weise vermarktet und verfilmt würde, die Stieg gewollt hätte.

Heute hat Eva Gabrielsson den Kampf um Stieg Larssons Erbe aufgegeben. Zu spät, sagt sie. Denn die Romane sind lange verlegt, übersetzt, vermarktet und zweifach verfilmt.

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