Holzhäuser in Skellefteå

Holzhäuser in Västerbotten. Foto: Sébastien Cevey, CC-Lizenz

Stieg Larsson wurde als Karl Stig-Erland Larsson am 15. August 1954 in Skelleftehamn geboren. Seine Eltern waren beide erst neunzehn, als er geboren wurde. Sie hatten wenig Geld und arbeiten beide in Stockholm und so wuchs der Junge bei seinen Großeltern in einem Holzhaus im kleinen Dorf Bjursele in Västerbotten in Nordschweden auf. Das Dorf taucht später in seinem ersten Kriminalroman aus der Millennium-Trilogie auf. Im Winter fuhr Stieg den Weg zur Dorfschule in Önnesmark jeden Tag mit Skiern. Er liebte es, auf dem Land zu leben. Als sein Großvater Severin Boström mit nur 56 Jahren an einem Herzinfarkt starb und Stieg zu seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder nach Umeå zog, konnte er sich nur schwer an die städtische Umgebung gewöhnen.

Der Großvater: Überzeugter Antifaschist

Der Großvater war ein Vorbild für den jungen Stieg. Er war während des Zweiten Weltkriegs Kommunist und entschiedener Antifaschist gewesen und deshalb in einem Arbeitslager in Storsien eingesperrt gewesen. Wäre er Däne gewesen, wäre er in einem deutschen Konzentrationslager gelandet. Was sein Großvater erlebt hatte, prägte Stieg Larsson sein Leben lang. So etwas sollte nie wieder passieren, niemandem, dafür wollte er kämpfen.

Gegen das Unrecht in der Welt

Als Stieg Larsson vierzehn war, sah er einmal, wie seine “Freunde” ein Mädchen vergewaltigten, schritt jedoch nicht dagegen ein. Von Schuldgefühlen belastet engagierte er sich später um so energischer für Feminismus, etwas, was ein starkes Motiv seiner Romane ist.

Stieg Larsson fotografierte in seiner Jugendzeit viel, machte aber keine gewöhnlichen Familienfotos, sondern fotografierte, “um das Unrecht in der Welt zu dokumentieren.”
Zunehmend begann er, sich für Politik zu interessieren. Seine Mutter war in der Gewerkschaft aktiv und Mitbegründerin des ersten kommunalen Gleichberechtigungskomitees.

Auf einem Treffen gegen den Vietnamkrieg lernte Stieg mit achtzehn Jahren Eva Gabrielsson kennen, die später seine Lebenspartnerin wurde.

Ziel: Journalist

Zu dieser Zeit unternahm Stieg Larsson viele Reisen. Er arbeitete hart, um sich Geld zusammenzusparen, und reiste nach Algerien, Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Kenia und Uganda. Seine Reisen waren kein Urlaub, sondern eine Möglichkeit für ihn, Wissen zu sammeln. Denn dass er Journalist werden würde, das stand für ihn schon lange fest.

Zu diesem Zeitpunkt änderte er seinen Namen von Stig in Stieg, um Verwechslungen mit dem Autor und Regisseur Stig Larsson zu vermeiden. Letzterer war, wie es der Zufall wollte, ebenfalls im selben Dorf geboren, lebte zur selben Zeit wie Stieg in Umeå, war im gleichen Alter wie dieser und ebenfalls in der linken Bewegung aktiv.

Weiterlesen bei Teil 2: Stieg Larsson: Seine politische und journalistische Arbeit