CoverDie erfolgssüchtige Moderatorin Kim Lange gewinnt den ersehnten Deutschen Fernsehpreis – zu blöd, dass sie in dieser Nacht vom Waschbecken einer abstürzenden Raumstation erschlagen wird. Und zu blöd, dass sie ausgerechnet als Ameise wiedergeboren wird, weil sie zuviel schlechtes Karma angesammelt hat – der Versuch des großen Ameisenbuddhas, sie damit zu aufzumuntern, dass sie immerhin keine Darmbakterie ist, tröstet sie nur wenig. Denn jetzt gilt es, die Stufe der Reinkarnationen wieder hinaufzuklettern – als Ameise, Meerschweinchen, Hund und schließlich als Verkäuferin in einer Pommes-Bude.

Geniale Idee, originelle Handlung und viel zu Lachen.

Minuspunkte gibt es auch: Kim Lange bekommt ihr schlechtes Karma vor allem dafür, dass sie sich zu sehr um ihre Karriere und zu wenig um ihre Tochter gekümmert hat. Männern bringt so etwas anscheinend kein schlechtes Karma ein, im Ameisenbau, wo Kim Fronarbeit leisten muss, treffen wir jedenfalls nur auf Casanova und einen kleinkarierten Beamten. Zu diesem Ausgangspunkt der Geschichte passt das Ende wie die Faust aufs Auge: Kim Lange findet ihre Vater-Mutter-Kind-Idylle – das soll also die höchste Reinkarnationsstufe sein? Das mieft. Wer es ignorieren kann und auch nicht erwartet, in diesem Buch etwas über Buddhismus zu lernen (das wird man nämlich nicht), der wird mit dem Buch viel Spaß haben. Die Charaktere sind zwar besonders gegen Ende etwas flach geraten, das Buch lebt aber von den vielen Pointen, abstrusen Einfällen und überraschenden Windungen der Geschichte.

Der Autor David Safier ist Hauptautor der TV-Serie “Berlin Berlin” und schrieb Drehbücher für einige weitere Serien. Einer der Protagonisten von “Mieses Karma”, der Ehemann der Fernsehmoderatorin, heißt genauso wie eine der Figuren in Berlin, Berlin: Alex Weingart.

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David Safier liest “Mieses Karma”

David Safier liest aus seinem Roman “Mieses Karma” in der Libreria Bertrand, Barcelona: