CoverHugh Laurie ist eigentlich Schauspieler (Dr. House); und damit lässt sich zumindest ein guter Teil des Erfolgs erklären. Ich war ja anfangs von Cover und Buchtitel der deutschen Übersetzung abgeschreckt und habe erst einen zweiten Blick auf das Buch geworfen, nachdem jemand es mir empfohlen hatte.Bockmist” ist eine Neuauflage von “Der Waffenhändler” von RoRoRo. Damals war Hugh Laurie noch unbekannt und das Buch wurde ein Flop. Inzwischen ist er ein Star und so entschloss sich der Heyne-Verlag zu einer Neuauflage. Warum ein derart blöder Titel und ein genauso blödes Cover gewählt wurde, wird wohl ewig das Geheimnis der Marketing-Verantwortlichen bleiben.

Ich war also gewarnt – aber hat sich “Bockmist” wirklich als Bockmist entpuppt?

Die Story ist kurz gefasst diese: Thomas Lang bekommt einen Killerauftrag, lehnt ihn aber ab. Und weil er (manchmal) so ein netter Mensch ist, versucht er, das potentielle Mordopfer über diese Pläne zu informieren. Diese Versuche lösen eine Reihe verworrener und abstruser Ereignisse aus, in die die CIA, das britische Verteidigungsministerium, Waffenhändler, die Terroristengruppe “Schwert der Gerechtigkeit” und viele andere obskure Gestalten verwickelt sind. Die Story ist in “Bockmist” aber Nebensache – das muss man jedenfalls aus der Tatsache schließen, dass sie oft keinen Sinn ergibt.

Dass Hugh Laurie gelernter Komiker ist, merkt man dem Roman an: vor allem am Anfang, aber auch im weiteren Verlauf des Buchs gibt er eine Unmenge von Kommentaren ab, die manchmal witzig und originell, manchmal auch einfach nur bemüht-witzig und lästig sind. Das Problem des Buches ist, dass der Witz das Buch nicht trägt und nicht über die verworrene (fehlende) Struktur hinwegtäuschen kann. Aber wer britischen Humor mag, wird das Buch lieben – aber der ist bekanntlich nicht jedermanns Sache. Und wer es nicht erwarten kann: Auf englisch gibt es bereits die Fortsetzung: “Paper Soldiers”.

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