jussiDer dänische Bestseller-Autor Jussi Adler-Olsen, Schöpfer der Reihe um Carl Mørck und das Sonderdezernat Q (“Erbarmen“, “Schändung“, “Erlösung“, “Verachtung“), dem “Alphabethaus” und “Takeover“, beantwortet uns 15 Fragen – über das Schreiben, seine Inspiration, seine Thriller und darüber, was ihm im Leben wichtig ist.

1. Wie haben Sie mit dem Schreiben angefangen?

Durch meine Erfahrung als Verleger lernte ich, den Unterschied zwischen gut und schlecht Geschriebenen zu erkennen, und oft dachte ich einfach: “Ich könnte das besser.” Mein bester Rat für angehende Autoren ist deshalb, viel Schrott zu lesen, weil das die Fähigkeit fördert, zwischen guter und schlechter Literatur unterscheiden zu können. Also legt einfach los und lest einen Haufen Schund und Nonsens, dann werdet ihr den Unterschied erkennen können. Aber meine Verbindungen zur Verlegerwelt gaben mir natürlich Routine in dieser Unterscheidung.

2. Wie lange haben Sie schon geschrieben, bevor Sie veröffentlicht wurden?

Mein Vater sagte mir immer, dass ich viele Talente habe, und dass ich sie eins nach dem anderen austesten sollte. Ich bin also viele Wege gegangen, bevor ich mich ins Schreiben stürzte. Aber 1980, als ich dreißig Jahre alt war, lebte ich ein halbes Jahr lang mit meiner Frau in den Niederlanden; hier schrieb ich meinen ersten Roman. Der einzige Zweck davon war, zu ermitteln, ob ich das Zeug zum Schriftsteller habe; ob ich die Fähigkeiten dafür habe oder nicht. Ich fand das Experiment gelungen und fing an, an das Projekt zu glauben. Dass der Roman nur ein Test war und nicht dazu gedacht war, veröffentlicht zu werden, ist eine andere Sache. Später, in Terracina in Italien 1987, erzählte ich meiner Frau Hanne am Strand unter wunderschönem Sternenhimmel eine Geschichte. Es war die Geschichte, die später zu meinem ersten veröffentlichten Buch wurde, “Das Alphabethaus”. Und meine Frau hatte keine Zweifel, “Mach es!”, sagte sie. Und so fing alles an.

Heute ist es immer noch meine Frau, die meine Manuskripte begutachtet, bevor ich sie meinem kompetenten Lektor gebe, aber sie mag Überraschungen, also erfährt sie die Geschichte erst, wenn sie fast fertig ist. Ich gebe ihr ein Kapitel pro Tag, wenn ich 25-30 Kapitel fertig habe, und wenn sie damit fertig ist, kann sie normalerweise mit den letzten Kapiteln weitermachen, eines pro Tag, bis zum Ende. Das funktioniert wirklich gut.

Jussi Adler-Olsen3. Wie sind Sie mit Ablehnungen von Verlagen zurechtgekommen (wenn es welche gab)?

“Das Alphabethaus” wurde tatsächlich von Centrum-Verlag abgelehnt. Ich hatte absichtlich Centrum ausgewählt, weil ich wusste, dass sie zum Beispiel Slangen I Sydney (“The Snake in Sydney”) von Michael Larsen herausgegeben hatten, mit dem sie großen Erfolg hatten und bei dem sie einen guten Sinn für Marketing gezeigt hatten. Ich hatte keine Ahnung, warum sie mein Buch abgelehnt haben, und die Antwort bekam ich erst viele Jahre später. Ich fand dann unter anderem heraus, dass mein Lektor mein Buch zu der Zeit im Verdacht hatte, ein Plagiat zu sein und deshalb wagte er es nicht, es zu veröffentlichen. Das Alphabethaus war einfach zu gut. Zu der Zeit wurde viel darüber geschrieben, ob Franz Beckerlee seinen Roman plagiiert hatte. Aber seitdem bekam ich nie wieder eine Ablehnung – die Manuskripte sind einfach so gut angelegt, dass sie einfach durch das System kommen.

4. Wie kommen Sie auf Ideen für Ihre Geschichten?

Wer die Augen offen hält, bekommt von überall her Ideen. In den Zeitungen, in anderen Medien, durch Leute um einen herum, es gibt überall Ideen. Vielleicht sind es nur merkwürdige Reaktionsmuster oder schlecht gefällte Entscheidungen. Alles kann ein Baustein für eine gute Geschichte sein. Aber wenn die Geschichte beginnt, sich zu entwickeln, ist es wichtig, dass der Autor sich fragt: Warum schreibe ich dieses Buch? Fragt euch selbst, warum dieses Buch geschrieben werden muss. Die Themen rund um diesen Plot kommen von selbst auf, wenn ihr die Antwort auf diese Frage kennt.

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5. Wie halten Sie die Aufmerksamkeit ihrer Leser durch die Bücher hindurch?

Ich nehme meine Leserschaft immer sehr ernst, und ich denke, dass sie es bemerken, dass ich das tue; außerdem arbeite ich immer hart, um unübliche Orte und unübliche Charaktere zu beschreiben.
Ein anderer Grund, warum die Leser dranbleiben, ist meine Verwendung von dem, was ich die “Missing Voice” nenne. Ein Vergleich zwischen der Musik von Beethoven und Mozart ist ein guter Weg, das zu beschreiben. Beethoven hat vielleicht 108 Partien in einer Partitur und wenn man zuhört, ist man normalerweise nach einigen Stunden gesättigt. Mozart andererseits wird charakterisiert mit der Bemerkung, dass eine Partie in der Partitur fehlt, nämlich die, die man selbst hinzufügt. Die Musik scheint deshalb leicht und in Einklang mit der eigenen Stimmung, vielleicht auch den musischen Fähigkeiten, und der Art des Ausdrucks. Man wird nie müde, diese Art von Musik zu hören, und so sollten alle Arten von Kunst sein. Das gilt auch für Romane.

Deshalb beschreibe ich nicht gern Banalitäten wie das Aussehen der Charaktere, und ich beschreibe auch ihre Hintergründe nicht sehr gründlich, sondern lasse den Leser lieber seine eigenen Bilder schaffen. Und ich lese immer alles, was ich geschrieben habe aus Sicht des Lesers, bevor ich den Text an andere weitergebe, um ihn zu beurteilen; ich entferne so viele Details wie möglich, um die Leser zu binden. Die Fantasie der Leser aufzudrehen ist der wichtigste Baustein beim Schreiben.

6. Der Kontrast zwischen Unterhaltung und Ernsthaftigkeit in Ihren Büchern macht das Ernsthafte grausamer, und den Humor amüsanter. Ist das etwas, womit Sie bewusst arbeiten, wenn Sie schreiben?

Ja, der Kontrast ist wichtig. Ein Thriller kann zum Beispiel mit einer Eröffnungsszene beginnen, wo alles Frieden ausstrahlt. Wir könnten ein junges Liebespaar sehen, das ein Picknick in einer unschuldigen Landschaft macht. Es hätte einen besonders starken Effekt, wenn dieses Bild durch Gewalt und Ernsthaftigkeit zerstört wird. Der Kontrast zwischen Gut und Böse sticht auf diese Weise mehr hervor. Und dann gibt es den Humor, der das Leben aufpeppt, und das peppt die Hauptcharaktere meiner Romane auf, die sonst sehr ernste und schmerzhafte Tage erleben. Man sagt, dass die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen ein Lächeln ist, aber ich denke, es ist Lachen. Und mit dem Lachen bekommt man die Aufmerksamkeit und die Gunst des Lesers, sogar bei schwierigen Anliegen. Der Humor im Text rückt alles ins rechte Licht.

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7. Wann sehen Sie einen Krimi als erfolgreich an?

Es wäre toll, wenn es darauf eine einfache Antwort gäbe. Man könnte versucht sein zu sagen, dass ein erfolgreicher Krimi sich ganz um ein Verbrechen und dessen Aufklärung dreht. Wenn man sich die klassischen Geschichten ansieht, die originalen Kriminalromane, könnte man Romane wie “Dr. Jekyll and Mr. Hyde” oder “Der Graf von Monte Christo” erwähnen, in denen die sozialen Elemente, die politischen Faktoren und die Beschreibung des Zeitalters sehr wesentliche Elemente sind, und so sollte es auch sein. Wenn man eine gute Idee mit diesen Elementen kombiniert und langwierige Erklärungen über alltägliche Banalitäten weg lässt, dann ist man auf einem guten Weg. Es erfordert Talent, harte Arbeit und, ganz wichtig, Selbstkritik.

Ich finde es wichtig, dass der Autor sich vorher bewusst ist, worin der Anreiz besteht, die Geschichte zu schreiben, außer dem eventuellen Verdienst. Viel zu oft tasten Schriftsteller in allen Genres blind herum und versuchen das zu verbergen, indem sie viele Wörter hinzufügen; sie verstehen nicht, dass die Leser sich dessen nur allzu bewusst sind. Nicht kann mir das Lesen so sehr verleiden wie das.

Ein guter Krimi hat eine Geschichte, die sowohl den Autor als auch den Leser einbezieht, und zugleich späht sie nach den Techniken, die die größten und bahnbrechendsten Autoren der Weltliteratur geschaffen und verwendet haben: Victor Hugo, Edgar Allan Poe, Charles Dickens, Alexandre Dumas. Und dann ist es vielleicht nicht einmal mehr ein Krimi.

8. Was brachte Sie zu der Entscheidung, die Reihe um die Sonderdezernat Q zu schreiben, besonders da Sie am Anfang eigenständige Thriller geschrieben haben?

Ein dänische Filmproduzent ermutigte mich, ein dänisches Pendant zu Sjöwall und Wahlöö’s berühmter Beck-Reihe zu schreiben, aber es interessierte mich einfach nicht. Ich wollte nicht zwischen den gleichen Beschränkungen eingeklemmt sein, die die üblichen Polizei-Geschichten haben, in Bezug auf Wirkungsbereiche und geografisch begrenzten Polizeibezirken. Dass ich schließlich beschlossen habe, an Mørck & Co. zu arbeiten, liegt teilweise daran, dass ich über dänische Verhältnisse schreiben wollte, um meinen Lesern näher zu kommen, und teilweise an meinem Wunsch, eine einmalige Polizeiserie zu schaffen, wo ALLES passieren kann, und besonders, wo die Charaktere die Empathie und den Sinn für Humor des Lesers wecken.

9. Können Sie uns ein bisschen mehr über die Charaktere von Kommissar Carl Mørck und seine Kollegen Assad und Rose erzählen? Sie bilden ein wunderbares Team. Basieren sie auf jemandem, den Sie kennen?

Carl Mørck hat dieselben rebellischen Tendenzen, dieselbe Faulheit und dieselbe Gewohnheit, Augen und Nase aufzusperren wie ein gewisser Carl Valdemar Jussi Henry Adler-Olsen. Er ist eine Zusammensetzung aus mir selbst und einem psychisch gestörten Patienten, der tatsächlich Mørk hieß (ohne das c) und den ich als Kind in der Psychiatrie kennenlernte, in der mein Vater arbeitete, und in dem wir damals wohnten.

Carl Mørck hat dieselben rebellischen Tendenzen, dieselbe Faulheit und dieselbe Gewohnheit, Augen und Nase aufzusperren wie ein gewisser Carl Valdemar Jussi Henry Adler-Olsen.

Carl Mørck ist ein Mensch, der mit den dunklen Seiten seiner Natur kämpft, aber grundsätzlich stellt er die Ordnung und ein Sicherheitsgefühl wieder her, trotz der schockierenden Erfahrungen in seinem Leben. Er ist der Typ, den wir gern als Freund hätten, wenn er guter Dinge ist und der Typ, den wir schlechtmachen und auf den wir mit dem Finger zeigen, wenn er mit seinem Finger auf uns zeigt.

10. Was macht einen Charakter für Sie real? Arbeiten Sie alles vorher aus oder lassen Sie den Dingen einfach ihren Lauf?

Natürlich muss ich die gesamte Vergangenheit des Charakters wissen, bevor ich zu schreiben beginne. Was noch? Man muss seine Charaktere durch und durch kennen und ihre Stärken lieben lernen und sich mit ihrem Schattenseiten wohlfühlen, sage ich. Nur dann kann man seine Charaktere natürlich reagieren lassen, praktisch von selbst. Wenn man die volle Aufmerksamkeit der Leser haben will, dann muss man sie spüren lassen, dass erheblich mehr hinter der Darstellung des Charakters ist als nur Wörter, die zufällig auf der Seite stehen.

11. Das erste Buch der Sonderdezernat-Q-Serie ist “Erbarmen” (im Original “Kvinden i buret”, Die Frau im Käfig). Was gab den Impuls für die Geschichte?

Der Impuls hinter jeder Geschichte ist Empathie, oder der Mangel daran. In diesem Fall war ich ursprünglich inspiriert durch einen bedauernswerten italienischen Jungen, über den ich vor vielen Jahren gelesen habe, der von seinen Eltern 15 Jahre lang eingesperrt wurde, weil sie sich seines Aussehens schämten. Ich habe meine Geschichte geschrieben, bevor Natascha Kampusch ihrer Gefangenschaft entkam und vor dem Fritzl-Fall in Amstetten, obwohl sie durch diese Ereignisse inspiriert sein könnte. Es ist eine Geschichte, in der ich den Zusammenprall porträtieren wollte zwischen Gefühllosigkeit und einer Frau, die versucht, aus einer anscheinend hoffnungslosen Situation zu machen.

Starke Frauen unter Druck sind sehr interessant zu studieren, etwas, womit ich in den 70ern begann, als ich von kambodschanischen Dorffrauen hörte, die mit der bestialischen Umbarmherzigkeit der Roten Khmer konfrontiert waren. Frauen wie diese neigen dazu, in meinem Universum aufzutauchen.

12. Wie kam die Handlung für den zweiten Roman der Reihe um das Sonderdezernat Q zustande, “Schändung” (im Original “Fasandræberne”, Die Fasanentöter)?

Das ist eine lange Geschichte, aber ich habe den Titel “Die Fasanentöter” gewählt, um den Teil der herrschenden Klasse zu symbolisieren, denen es viel gibt, sich mit Ihresgleichen zu treffen, nachdem sie das rituelle Töten eines unschuldigen Tieres vollzogen haben. Eine Bruderschaft, geboren aus der Leidenschaft, all ihre Macht in ihrer ganzen Tragweite zu nutzen.

Diese Männer – und manchmal Frauen – kann man in allen Abstufungen in allen Gesellschaften finden, und wenn sie eine Kindheit hatten, die jeglicher Liebe und Fürsorge beraubt war, können ihre Reaktionen sehr unverständlich und gefühllos sein. Mein Ausgangspunkt war der Kampf zwischen diesen kolossal mächtigen Männern und einer gewöhnlichen Stadtstreicherin. Ein kleiner David gegen fünf Goliaths. Was meinen Sie, auf welcher Seite der Leser steht?

13. Das dritte Buch in der Serie um das Sonderdezernat Q heißt “Erlösung” (im Original “Flaskeport fra P”, Flaschenpost) und gewann eine Reihe von Literaturpreisen in Jahr 2010 – wie den “Readers Book Award”, der zum ersten Mal an einen Thriller verliehen wurde, den Harald-Mogensen-Preis für den besten dänischen Spannungsroman, verliehen von der Danish Criminal Academy, und den Skandinavischen Krimipreis (Glasnøglen) für den besten skandinavischen Thriller. Mit dem Skandinavischen Krimipreis befanden Sie sich in Gesellschaft von Roslund und Hellström aus Schweden, Jarkko Spillä aus Finnland und Tom Egeland aus Norwegen. Waren Sie überrascht über das Ausmaß der Anerkennung, die das Buch erhielt und setzte Sie das unter Druck, als Sie “Verachtung” schrieben?

Was mich am meisten überraschte, war die Vielfalt der Anerkennung, die es erhielt – von den Lesern, den Buchhändlern, der etablierten Literaturszene und den mit Sicherheit wählerischsten und angesehensten Persönlichkeiten, die sich mit skandinavischer Krimi-Literatur beschäftigen. Kurz gesagt, aus jeder Ecke, die man sich nur denken kann. Das war überraschend. Aber der Druck hinterher – meinen früheren Romanen gerecht zu werden und sogar mehr zu erreichen – kümmert mich nicht. Ich war immer direkt und ehrlich darin, für den Leser zu schreiben. Was gibt es da zu fürchten? Keine meiner Geschichten darf einer früheren ähneln, und meine Leser erkennen das. Sie geben mir freie Hand, und deshalb scheue ich keine Mühe, wenn ich schreibe. Den Rest meiner Zeit bin ich einfach nur ich selbst, und die Dinge, die ich im Leben fürchte, haben nichts mit meiner Arbeit zu tun.

14. Ihre Bücher sind nicht gerade eine leichte Lektüre und es ist klar, dass eine enorme Menge an Recherche darin steckt. Ist das Absicht?

Ich habe zwei Dogmas, was meine Beziehung zu meinen Lesern angeht:

  1. Der Leser hat wahrscheinlich mehr gelesen als Du selbst.
  2. Der Leser ist weiser als Du vielleicht denkst.

Das heißt, dass ich es meinen Lesern schuldig bin, dass sie für ihre Anstrengung auf ihre Kosten kommen, in Form eines gut durchdachten Plots und viel Wissen, das sie zuvor wahrscheinlich nicht hatten. Nach Möglichkeit sollen die Leser sich weiser fühlen, nachdem sie meine Bücher gelesen haben und zur selben Zeit völlig überzeugt, dass sie niemals in eine Welt gelockt wurden, die ihre Grundlage nicht in der Realität hat. Aber eines ist sicher: Die Funktion der Recherche ist es, einer Geschichte den richtigen Ausgangspunkt zu geben, und allzu oft ist die Recherche, die die Geschichte dominiert. Man muss darauf achten, dass das nicht passiert, das ist alles, was ich dazu sagen kann.

15. Wer beeinflusste sie, als sie anfingen zu schreiben? Beeinflussen andere Bücher immer noch ihr Schreiben und wenn ja, welche anderen Arten des Schreiben ziehen sie an?

Um ehrlich zu sein, war der größte Einfluss auf mein Schreiben das Leben selbst. All die Ärgernisse, die man in den Zeitungen und anderen Medien aufsaugt, bewegen mich stark. Ein wachsames Auge auf die Außenwelt und die eigentümlichen Charaktere in meinem Leben – für mich liegt hier das Geheimnis. Viel eher als mich von anderen Autoren inspirieren zu lassen, habe ich also durch ihr Werk erkannt, dass Literatur ein gangbaren Weg in das Reich des Innenlebens unserer Mitmenschen war. Gelesen zu werden ist ein Geschenk, das einem von seinen Lesern gegeben wird. Sie geben einem Aufmerksamkeit und laden zur Reflektion ein. Ist es nicht das, wonach wir alle streben?

Währenddessen waren John Steinbeck, Charles Dickens und zeitgenössische Autoren wie Peter Bichel und Jerzy Kosinsky in der Lage, mir diese Erfahrung zu vermitteln, ebenso wie ich zur Zeit großes Vergnügen darin finde, Autoren wie den Norweger Erlend Loe und dänische Autoren wie Ulla Steinbeck, zu lesen. Wenn ich lesen, such ich sprachliche und bildhafte Herausforderungen und Überraschungen. Ich hoffe aufrichtig, dass es manchmal auch das ist, was meine Leser suchen und bekommen, wenn sie mich lesen.