Ken Folletts neuester Roman “Die Tore der Welt” spielt, wie der Vorgänger “Die Säulen der Erde” auch, im englischen Kingsbridge, allerdings 200 Jahre später, im Jahr 1327. Einige Motive aus den “Säulen der Erde” werden fortgeführt, eine direkte Fortsetzung davon ist der Roman “Die Tore der Welt” jedoch nicht”. Man muss den Vorgänger-Roman also nicht kennen, um Folletts neuestes Werk zu lesen.

Im Mittelpunkt des Romans steht die Liebe zwischen Caris und Merthin, die zwar wiederholt durch die Umstände voneinander getrennt, aber dennoch ein lebenslanges Liebespaar sind. Caris legt viel Wert auf ihre Unabhängigkeit und Bildung zur Heilerin. Merthin, der Baumeister, der in Kingsbridge eine neue Brücke und Kathedrale bauen will, ist in Caris verliebt, als sie jedoch ins Kloster gehen muss, wo sie die Leitung des Hospitals übernimmt, geht Merthin nach Florenz und heiratet dort eine andere Frau. Als seine Frau an der Pest stirbt, kommt er nach Kingsbridge zurück. Merthin und Caris kämpfen gegen feudale und klerikale Strukturen an, die keine Neuerungen zulassen wollen – weder im Brückenbau noch im Heilwesen. Währenddessen stürzt die alte Brücke ein, und die Pest zieht übers Land…

“Die Tore der Welt” sind nicht nur unterhaltsam, sondern auch gut recherchiert. Das mittelalterliche Leben, die Wertvorstellungen und Widrigkeiten bringt Ken Follett dem Leser sehr anschaulich nahe, sicherlich eine der großen Stärken des Buchs. Leider bleiben die Charaktere etwas eindimensional auf Gut und Böse beschränkt; die Spannung beruht daher vor allem auf der Handlung. Von Intrigen über die Pest und den Beginn des Hundertjährigen Krieges stellt Ken Follett seinen Protagonisten hier einiges an Widrigkeiten entgegen, überraschende Wendungen geben geben dem Roman den nötigen Schwung.

“Die Tore der Welt” ist ein handwerklich gut gemachter Roman und Fans von Ken Follett oder von historischen Romanen werden viele unterhaltsame Schmökerstunden damit verbringen. Wer etwas wirklich neues, herausforderndes erwartet, wird hier nicht fündig. “Die Tore der Welt” ist sicherlich kein Buch, das man in den Himmel loben kann – aber wer es liest, muss dann meist zugeben, dass er es genossen hat. Kein Wunder, dass der Roman inzwischen in den Bestseller-Listen zu finden ist.

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Übrigens: “Die Tore der Welt” gibt es auch ungekürzt als Hörbuch. Vom Vorgänger-Roman “Die Säulen der Erde” gibt es auch eine sehr gute Hörspiel-Fassung.