CoverIns spätmittelalterlichen Köln des Jahres 1338 entführt Brigitte Riebe ihre Leser in ihrem neuen Buch “Pforten der Nacht”. Brigitte Riebe ist nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Historikerin – in den Buch erfährt man also viel von der mittelalterlichen Welt. Die Handlung lässt an Spannung und überraschenden Wendungen nichts zu wünschen übrig, und die drei Hauptfiguren Anna, Esra und Johannes lieben, leiden und suchen nach ihrem Weg im Leben. Die Färbertochter Anna will sich nicht länger von ihrer Schwiegermutter gängeln lassen, Esra lehnt sich gegen seine jüdische Religion auf und Johannes wird von seiner wohlhabenden Familie gegen seinen Willen nach Italien geschickt, um dort den Fernhandel zu erlernen, doch auch er muss seinen eigenen Weg finden.

Brigitte Riebe schildert ein Köln, in dem die Pest um sich greift. Innerhalb weniger Jahre starb ein Drittel der europäischen Bevölkerung an der Pest. Viele Menschen suchten damels nach einem Sündenbock und beschuldigen die Juden, diese verursacht zu haben. Im Buch werden die Anfänge der Judenverfolgung in Deutschland geschildert – die schließlich für Köln in einer Katastrophe mündet: 1349 wird das Kölner Judenviertel geplündert und verbrannt, hunderte Junden wurden ermordet.

“Pforten der Nacht” ist einfühlsam und fesselnd geschrieben und nimmt den Leser mit in eine Welt der Standesunterschiede und Intrigen, von Liebe, Hass und Leidenschaft. Schön ist auch Brigitte Riebes genauer Blick, ob sie nun das mittelalterliche Färbehandwerk, oder Mode dieser Zeit oder Abende im Wirtshaus schildert. Wer weiß schon, dass zu dieser Zeit erstmals Kirchturmuhren die Stunde schlugen? Wie veränderte dies das mittelalterliche Leben?

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