CoverDie Bestseller-Autorin Karen Duve ist selbst dreizehn Jahre lang Taxi gefahren. Man mag verwundert sein, dass die Erlebnisse einer Taxifahrerin über 320 Buchseiten unterhaltsam füllen können – Karen Duve gelingt es. Ihr Roman “Taxi” wird bevölkert von skurrilen Antihelden – Protagonistin ist Axel Herwig, eine Taxifahrerin, die sich keine Straßennamen merken kann. Nach einer ziellosen Jugend, Ärger mit der spießigen Familie und einer abgebrochenen Ausbildung schlittert Alex in die Taxi-Branche:
“Ich meldete mich auf eine Anzeige, in der nicht nur Taxifahrer, sondern ausdrücklich auch Taxifahrerinnen gesucht wurden. 1983 war es in Stellenanzeigen noch nicht üblich, jedem Beruf auch eine weibliche Endung anzufügen. Man tat es nur, wenn man andeuten wollte, dass man praktisch jeden nahm.”

Ein gnädiger Prüfer lässt Alex die Taxi-Prüfung bestehen und sie findet sich inmitten einer Clique von Kollegen wieder, in der Studienabbrecher auf gescheiterte Künstler auf menschenhassende frauenfeindliche Akademiker-Hasser treffen. Rhythmus und Sprache der Taxifahrer-Subkultur prägen den Roman:
“‘Ach, du bist die legendäre Zwodoppelvier? Na endlich. Dich wollte ich schon immer mal kennenlernen.’ Taxifahrer haben keine Zeit für lange Einleitungen und subtile Annäherungen. Jeden Moment kann ja ein Fahrgast auftauchen und das Gespräch abrupt beenden. Und bis dahin muss alles gesagt sein.”

Morgen suche ich mir was anderes, denkt Alex, oder übermorgen. Doch Alex Herwig bleibt lethargisch beim Taxifahren hängen – bis eines Tages ein Fahrgast mit einem Schimpansen ins Taxi steigt und der Roman auf ein surreales Finale hinausläuft…

“Taxi” ist komisch und ernst zugleich, zeigt die hässlichen Seiten der Realität und Menschen, denen das Leben nichts geschenkt hat, und bleibt dabei immer humorvoll und selbstironisch. Ein Buch, dass einen fesselt und nicht mehr loslässt, bis man es zu Ende gelesen hat.

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