CoverEine Concierge, die sich mürrisch und dumm gibt, damit die Welt sie in Ruhe lässt, ein zwölfjähriges reiches Mädchen, das die oberflächliche Luxuswelt hinter sich lassen will und zu sterben beschließt, und ein japanischer Regisseur, der die beiden zusammenbringt – das sind die Hauptfiguren der “Eleganz des Igels” von Muriel Barbery. In Frankreich wurde das Buch bereits zum großen Knaller, wurde mit der “Fabelhaften Welt der Amelie” verglichen, schoss in die Bestseller-Listen und erhielt mehrere Auszeichnungen. In Deutschland ist es auf demselben Weg – zu Recht, denn Muriel Barbery besticht nicht nur durch Wortgewandtheit, sondern gibt mit der “Eleganz des Igels” philosophische Denkanstöße und hintergründige Gesellschaftssatire.

Die Geschichte spielt in einem herrschaftlichen Stadthaus in Paris. Madame Michel, die Concierge, erfüllt nach außen hin alle Klischees: vor den reichen Bewohnern des Hauses stellt sie sich mürrisch und dumm, um von ihnen in Ruhe gelassen zu werden. Doch so oft sie sich Zeit nehmen kann, beschäftigt sie sich mit Literatur und Philosophie. Paloma ist die nachdenkliche Tochter reicher Eltern, die befürchtet, dass sie später genauso wird wie die anderen Erwachsenen. Wenn sie das Verhalten der Leute um sie herum kommentiert, ist das ernst und urkomisch zugleich, zum Beispiel, wenn sie Leute beim Schlussverkauf beobachtet oder den Therapeuten ihrer Mutter auflaufen lässt. Sie kommt zu dem Schluss, dass das Leben keinen Sinn hat: ihren dreizehnten Geburtstag will sie nicht mehr erleben. Doch dann zieht Kakuro Ozu ein und in Kürze durchschaut er Madame Michel – denn ihre Katzen heißen Kitty und Lewin und sie antwortet ihm aus Versehen mit einem Tolstoi-Zitat – und bringt die beiden zusammen.

Wunderschöne Geschichte zweier Außenseiter, philosophisch und komisch, berührend und unterhaltsam.

Buch kaufenMuriel Barbery: Die Eleganz des Igels bei Amazon ansehen

Trailer zur Verfilmung: “Die Eleganz der Madame Michel”