Der 98jährige Schriftsteller und Psychotherapeut Hans Keilson wurde mit dem Welt-Literaturpreis für sein literarisches Gesamtwerk geehrt. Der Preis wird jährlich von der Zeitschrift “Die Literarische Welt” vergeben, letztes Jahr hatte Daniel Kehlmann die Auszeichnung bekommen. Hans Keilson veröffentlichte viele Romane, Essays und Gedichte.

Hans Keilson

Hans Keilson

Geboren wurde er 1909 in Bad Freienwalde in Berlin. 1933 veröffentlichte er sein erstes Buch “Das Leben geht weiter. Eine Jugend in der Zwischenkriegszeit” und machte wenig später sein erstes medizinisches Staatsexamen. Wenige Jahre später musste Hans Keilson aus Deutschland fliehen, um sich als Jude vor den Nazis zu retten. Er floh in die Niederlande; als die Deutschen Niederland einnahmen, versteckte er sich im Untergrund. Er überlebte. Seine Eltern wurden in Auschwitz ermordet. Nach dem Krieg arbeitete er in einem Waisenhaus mit traumatisierten jüdischen Kindern. Über diese Arbeit schrieb er später seine Dissertation, 11 Jahre lang. 1979, mit 70 Jahren, reichte er sie ein – das veröffentlichte Buch “Sequentielle Traumatisierung bei Kindern: Untersuchung zum Schicksal jüdischer Kriegswaisen” wurde zum Standardwerk der Traumaforschung.

Während diesen Jahren hatte er weitere Bücher veröffentlicht, “Komödie in Moll” (1947) und “Der Tod des Widersachers” (1959), danach widmete er sich noch stärker der Literatur. Einen guten Überblick darüber gibt die zweibändige Werksausgabe Romane und Erzählungen, erschienen im Fischer Verlag.


Heute lebt Hans Keilson in den Niederlanden. 2007 hatte er die Moses-Mendelssohn-Medaille des Moses-Mendelssohn-Zentrums in Potsdam erhalten.
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Obiges Bild basiert auf diesem Bild von Hans Keilson und steht genau wie dieses unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Florian Oertel.