Shakespeare oder Dan Brown?

Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blog-Parade von Lilly Berry mit dem Titel “Shakespeare oder Dan Brown? Wie viel Literatur steckt in Euch?“.

Ich muss zugeben, ich habe Dan Brown gelesen und Shakespeare gekickt, damals im Englischunterricht, als wir uns einen Sport daraus machten, uns durch den Unterricht zu mogeln, ohne die Bücher zu lesen (was erstaunlicherweise meist problemlos funktionierte). Nachdem die Schule und fiese Lehrer mir einige Jahre lang die Lust an Literatur verdorben hatten (die ich geradezu verschlungen hatte, bevor sie dann zum Unterrichtsstoff mutierte), las ich jahrelang fast nur noch Krimis und Sachbücher. Letztere hatte ich früher immer links liegengelassen und hatte jetzt etwas nachzuholen. Außerdem interessierte ich mich zunehmend für (Web-)Design, Typografie und verschiedenste Themen rund um das Internet und habe ganze Bücherstapel dazu verschlungen. Logischerweise hab ich auch angefangen, mich viel im Internet rumzutreiben und dort zu lesen. Abends war aber immer noch Zeit, Bücher zu lesen – ich sehe eigentlich auch keine Konkurrenz zwischen Internet und Büchern, eher eine für mich sehr wertvolle Ergänzung. Es gibt gute Bücher wie auch schlechte, und mit Internetseiten ist es genauso. Zu manchen internet-affinen Themen habe ich bessere e-Books gefunden als gedruckte Bücher; Romane allerdings lese ich gern im Bett und das geht mit dem Computer schlecht.

Irgendwann, ich war schon mitten im Studium, fing ich dann wieder an, außer dem Krimi-Regal auch andere Bücherregale der öffentlichen Bibliotheken zu erforschen… und las endlich “Im Westen nichts Neues” von Erich Maria Remarque, “Der Fremde” von Albert Camus, diverse Bücher von Imre Kertesz zusammen mit ganz vielen anderen Büchern, keineswegs alle “Klassiker”. Von den Klassikern, stehen aber noch viele auf meiner Leseliste – vor allem von denen aus dem 20. Jahrhundert, aber nicht nur. Als ich fünfzehn war, hatte ich eine sehr lange solche Liste, aber als wir begannen, solche Bücher in der Schule zu lesen, habe ich sie weggeworfen.

Nur weil ein Buch berühmt ist, muss es nicht gut sein. Beispiele umfassen sowohl den aktuelle Bestseller “Feuchtgebiete” von Charlotte Roche, über den ich hier schon geschrieben habe, als auch, ein Klassiker und zugleich das schlechteste Buch, dass wir in der Schule je gelesen haben, “Die schwarze Spinne” Jeremias Gotthelf, geschrieben 1842.