Cover: Credo - das letzte GeheimnisDa Douglas Preston inzwischen nicht mehr nur in den USA bekannt ist, sind die Erwartungen an sein neues Buch recht hoch. Mit diesem Druck scheint er aber bestens zurechtzukommen.

Douglas Prestons Wissenschaftsthriller “Credo: Das letzte Geheimnis” behandelt einen alten Konflikt in neuer Form: Wissenschaft versus Religion. Im Roman wollen amerikanische Wissenschaftler versuchen, mittels eines Teilchenbeschleunigers den Urknall nachzustellen. Ihr Teilchenbeschleuniger heißt Isabella und befindet sich tief in einem stillgelegten Stollen im Red Mesa, Sieglungsgebiet der Navajo. Doch das Vorhaben ruft Widerstand auf den Plan, die Navajos wollen Isabella nicht in ihrem Gebiet haben und dann beginnt auch noch ein zwielichtiger Fernsehprediger, Stimmung gegen den Teilchenbeschleuniger zu machen – im christlich-fundamentalistischen Teil der USA fallen seine Worte auf fruchtbaren Boden. Die Frage nach dem Urknall berührt schließlich ein altes Streithema zwischen wissenschaftsgläubigen und religionsgläubigen Menschen. Als die CIA Wyman Ford, Ermittler für besondere Angelegenheiten, in den Red Mesa schickt, stellt dieser fest, dass die Wissenschaft dort selbst zu einer Religion geworden ist. Dieser überaschenden Wendung, infolge derer man sich über den esoterischen Charakter des Buches wundert, folgt eine weitere Überraschung, die alles wieder ganz anders aussehen lässt. Hier will ich aber nicht zuviel verraten…

An Spannung mangelt es Credo jedenfalls nicht. Douglas Preston nimmt den Leser mit auf eine ereignisreiche Reise, in deren Verlauf man immer wieder seinem Erzähltalent aufsitzt. Ein gekonnt komponierter Wissenschaftsthriller mit unerwartetem Verlauf.

“Credo: Das letzte Geheimnis” schien mir anfangs im Kernmotiv ein bisschen von Dan Browns Bestseller “Sakrileg. Der Da Vinci Code” inspiriert zu sein (im positiven Sinne), da die Geschichte selbst aber ganz anders ist, bin ich mir da aber inzwischen nicht mehr sicher. Wahrscheinlicher ist, dass das Thema besonders in den USA gerade brandaktuell ist und spannend ist es sowieso – wie auch die enormen Verkaufszahlen des Da Vinci Codes zeigen. Und auch “Credo: Das letzte Geheimnis” ist gerade vorsichtig dabei, die Bestseller-Listen hochzuklettern… man darf also gespannt sein.

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“Credo: Das letzte Geheimnis” gibt es übrigens auch als Hörbuch.
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Ein Tipp am Rande:
Dan Browns “Sakrileg. Der Da Vinci Code” ist jetzt auch als Audio-CD zum Hören erschienen.